Wie wichtig Parks für Städte und ländliche Regionen sind, wird in den letzten Jahren mehr und mehr deutlich. Denn Grünflächen, Bäume und unversiegelte Landschaften in urbanen Gebieten und auf dem Land dienen nicht nur der Freizeit, sie bilden vielmehr ökologische Korridore, senken die Temperaturen, verhindern Murenabgänge und werden zum Trumpf im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Matthew Skjonsberg hat in seinem Buch "Living Cities. Three Centuries of Park Systems" 30 Parksysteme aus fünf Kontinenten analysiert.
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Madrid Rio, Arganzuela skatepark (2010) © Images: Courtesy of Burgos & Garrido, Porras La Casta, Rubio & A-Sala and West 8. Photo: Jeroen Musch
Civic Design
Stabile und gesunde Lebensräume fünr Menschen und die lokale Flora und Fauna: Parks die all das bieten gibt es sowohl in Form von ausgedehnten Gebieten im ländlichen Raum wie dem Schweizerischen Nationalpark im Unterengadin als auch in Form von Grünanlagen in Städten wie den New Yorker Central Park. Parksysteme gewährleisten saubere Böden, sauberes Wasser und saubere Luft für alle. Gleichzeitig bieten sie generationsübergreifende und inklusive Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung entlang ökologischer Korridore. Zwischen 1900 und 1950 erlebte das sogenannte Civic Design, die ausdrücklich am Gemeinwohl orientierte Stadt- und Landschaftsplanung, eine Blütezeit. Parksysteme wurden erfolgreich als «grüne Armaturen» eingesetzt, die öffentliche Einrichtungen wie Spielplätze, Schulen, Verwaltungsgebäude, Spitäler oder Gartenanlagen beherbergen.
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S. Bridgeman, General Plan of the Woods, Park and Gardens of Stowe (1739) © Image: Courtesy of Yale Center for British Art, Paul Mellon Collection
Von Weimar bis Addis Abeba
Das Buch "Living Cities" bietet einen chronologischen Überblick des Civic Design anhand von mehr als 30 Parksystemen auf fünf Kontinenten. Die Beispiele reichen von Johann Wolfgang von Goethes Park an der Ilm in Weimar (1778) und John Nashs Regent Street in London (1806) über das Parksystem von Chicago (1850), die Planungen von Albert Bodmer und Maurice Braillard für Genf (1936) und Frank Lloyd Wrights Taliesin Valley (1947) bis zu zeitgenössischen und zukünftigen Projekten in Addis Abeba, Madrid, Medellín, New York und Seoul. Das Buch veranschaulicht die ökologischen und sozialen Auswirkungen von Parksystemen und verdeutlicht die vielfältigen Herausforderungen, mit denen Gemeinwesen bei der Umsetzung solcher Vorhaben konfrontiert sind. Zugleich regt es zu einer Neubewertung des Civic Design als generationsübergreifende Praxis der Stadtgestaltung an.
Matthew Skjonsberg, "Living Cities. Three Centuries of Park Systems", 288 Seiten, 30 x 24,5 cm, 225 farbige und 55 s/w-Abbildungen, gebunden, Park Books, Zurich 2025, ISBN 978-3-03860-363-4
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