Mit der Ausstellung Convivium. Nahrungssysteme am Limit blickt das Architekturmuseum der TU München hinter die Kulissen unserer Versorgungsketten – auf Architektur und regionale Landschaften, die sich unter dem Druck globaler Produktions- und Konsumstrukturen radikal verändern.
![]()
Demonstrationsgewächshaus „De Ruiter Experience Center”, Bleiswijk, Niederlande. Johannes Schwartz, 2025
Im Verborgenen
Ein Teppich aus Gewächshäusern, künstlich angelegte Teiche zur Bewässerung: Die Räume und Strukturen der Lebensmittelindustrie bleiben meist unsichtbar. Sie sind sie wie die Nahrungserzeugung selbst meistens stark industrialisiert. Die Nahrungsproduktion prägt regionale Landschaften und ihre Architektur in erheblichem Maß, und unter dem anhaltenden Druck eines stetig wachsenden Konsums verändert sie sich rasant, und mit ihr die Orte der Produktion. Denn Nahrungsversorgung ist längst in globale Netzwerke eingebunden: Nicht nur Produktion und Handel, sondern auch der Transport ist Teil dieses eng verflochtenen Systems.
![]()
Standbild aus dem Kurzfilm „How Does Food Enter the City?“, TUM-Masterprojekt „About Food and Spaces. Exhibit Design“ zusammen mit Nicole Humiński und Nikolai Huber. Thiade Langenhan, 2025
Orte der Produktion
Die aktuelle Ausstellung in München richtet den Blick auf die Orte der Lebensmittelproduktion – auf Fischereihäfen und Viehställe, auf Anbauflächen ebenso wie auf transkontinentale Lieferketten. Sie zeigt auch, dass die Ökonomie eines permanent wachsenden Konsums ihre Grenzen längst erreicht hat: Viele Meere sind überfischt, fruchtbare Ackerböden überbaut und ganze Landstriche verwüstet, weil der Regen ausbleibt.
![]()
Luftaufnahme des Tascosa Feed Yard in Bushland, Texas, die die weitläufige, gitterartige Anordnung einer der großen Rinderaufzuchtbetriebe der High Plains zeigt. Google Earth, Airbus, Maxar Technologies, 2025
Herausforderungen
Zum Vertiefen der Ausstellung versammelt die Publikation im ArchiTangle-Verlag Essays, Fotodokumentationen und Recherchebeiträge, die ökologische, politische und soziale Herausforderungen in den Mittelpunkt rücken. Die Ausstellung läuft bis 18. Oktober und wurde von Andjelka Badnjar und Andres Lepik kuratiert; gestaltet wurde der Katalog von strobo bm.
Convivium
Andjelka Badnjar, Andres Lepik (Hgg.)
272 Seiten, Hardcover
ArchiTangle, Berlin 2026
ISBN 9783966800457
→ Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne