Eine Architekturgeschichte großer Ausstellungen 1851–1957
In den letzten Jahren wurden sie zu Recht stark kritisiert, doch Bauausstellungen als historisches Format haben eine erstaunliche Geschichte und Relevanz für technologische Experimente und architektonische Leuchtturmprojekte. Nicht nur der Eiffelturm in Paris, Egon Eiermanns und Sep Rufs gläserner Deutscher Pavillon bei der Weltausstellung 1958 in Brüssel oder der Barcelona Pavillon von Mies van der Rohe wurden für Ausstellungsformate konzipiert - es gibt viele weitere Beispiele, nicht zuletzt auch für die Werkbundsiedlungen, deren Musterhäuser auch eine Art Ausstellungsformat waren.
![]()
Regine Heß, Von der Weltausstellung zur Bauausstellung. Eine Architekturgeschichte großer Ausstellungen 1851–1957, 376 Seiten, 150 farb. Abb., Jovis, Berlin 2026, → jetzt bestellen
Kunstgewerbe und Kolonialismus
In ihrem Forschungsprojekt geht Regine Heß der Genealogie und Wirkung der großen Ausstellungsformate nach. Sie zeigt, dass die Tradition von Bauausstellungen auf die Welt-, Industrie-, Kunstgewerbe- und Kolonialausstellungen des 19. Jahrhunderts zurückgeht. Es waren die bekanntesten Vertreterinnen und Vertreter aus Architektur, Design und Landschaftsgestaltung, die die Typologien großer Ausstellungen weiterentwickelten und dem neuen Format der Bauausstellung anpassten.
![]()
August von Voit, Glaspalast, München, 1854
Anhand von 17 teils erstmals erforschten Expositionen bietet Von der Weltausstellung zur Bauausstellung eine Architekturgeschichte großer Ausstellungen und zeichnet ihre Entwicklung von der World’s Fair in London 1851 zur Internationalen Bauausstellung in West-Berlin 1957 unter Aspekten wie architektonisch bedingter Repräsentationsmacht, industrieller Architektur oder der rassistischen Praxis des Othering nach.
![]()
Frei Otto und Günter Günschel, Halle der Sonderausstellung, Berlin, 1957, Baustelle
Regine Heß
Von der Weltausstellung zur Bauausstellung
Eine Architekturgeschichte großer Ausstellungen 1851–1957
Paperback, 6 × 22 cm
376 Seiten, 150 farb. Abb.
Jovis, Berlin 2026
ISBN 978-3-98612-310-9
![]()